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LandFrauen machten Hauswirtschaft am Girls`Day zur Jungssache

Lukas, Bastian und ein Minister zusammen im „Trainingscamp für Küchenbullen“

LandFrauen machten Hauswirtschaft am Girls`Day zur Jungssache

Stohl – Wäsche aufhängen, Gemüse schneiden, Waschbecken schrubben – das müssen Jungs drauf haben. Große genauso wie kleine, finden die LandFrauen. Am bundesweiten „Girls´Day“, schulten sie im „Trainingscamp für Küchenbullen“ auf dem Hof der Familie Wittern in Stohl einen großen und zwei kleine Jungs: Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug, Bastian Westphal und Lukas Schmidt. Am Ende gab es nicht nur ein gemeinsam gekochtes Mittagsessen, sondern auch eine Teilnahmeurkunde.

Der Minister hatte sich bei einem Besuch des LFV-Vorstands vor wenigen Wochen in seinem Büro spontan bereit erklärt, die Aktion der LandFrauen, die außer in Stohl parallel auf rund 20 weiteren landwirtschaftlichen Betrieben mit insgesamt 50 Jungs in Schleswig-Holstein stattfand, zu unterstützen und selbst aktiv zu werden. „Ich finde das Engagement der LandFrauen vorbildlich und wollte darum gerne dabei sein“, bekannte er. Lukas Schmidt (13) und Bastian Westphal (11) von der Eichendorffschule Kronshagen mussten auch nicht lange überredet werden. Lukas wollte unbedingt lernen, wie man Betten bezieht und Bastian, wie man Kartoffeln schält.

Also gingen alle Drei ausgestattet mit einer zünftigen LandFrauen-Schürze motiviert ans Werk. Angeleitet von Jeannine Wittern und LFV-Präsidentin Marga Trede wurden Betten frisch bezogen und gemacht, Toiletten und Waschbecken gereinigt, Teppiche gesaugt, Wäsche auf die Leine gehängt, Obst und Gemüse geschnibbelt und sogar Silber blank geputzt. „Da müssen Sie noch mal ran, Herr Minister!“, tadelte Marga Trede nach Betrachtung des von Dr. Klug geputzten Silberlöffels. „Ach, ich dachte, das sei ein Schatten“, entschuldigte der sich schmunzelnd. In seiner Generation sei Hausarbeit für Jungs kein Thema gewesen, erinnerte er sich. „Aber in meiner Studentenzeit habe ich mir selbst viel beigebracht und packe heute selbstverständlich zuhause mit an.“

Der LandFrauenVerband bezweckt mit seiner Aktion nicht nur die Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau. „Uns geht es auch darum, das Hauswirtschaften als wichtige Kompetenz weiterzugeben und in die Schulen zu tragen“, sagte Marga Trede. Für das nächste Jahr wünsche sie, dass noch mehr Schüler am Trainingscamp teilnehmen. „Wir müssen direkt in die Klassen hineingehen und darüber berichten“, pflichtete auch Gastgeberin und LandFrau Jeannine Wittern bei. Auch die Landesregierung sieht hier Handlungsbedarf. „Im Schulfach Wirtschaft und Politik ist vermehrt der Themenbereich Berufsorientierung und Berufsvorbereitung im Angebot. Hier passt diese Aktion genau hinein“, sagte Klug. Finanzielle Unterstützung erhält das „Trainingscamp für Küchenbullen“ des LandFrauenVerbandes vom Projekt „Schulklassen auf dem Bauernhof“ der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. „So können wir zumindest die Ausgaben der ehrenamtlich teilnehmenden LandFrauen decken“, dankte Marga Trede.

Bastian und Lukas interessierten diese Gespräche nicht, sie wollten lieber ihr Erdapfelgulasch mit Sellerie, Kartoffeln und Cabanossi und den mühsam gefertigten Obstsalat genießen. Was ihre Mütter neben der Berufstätigkeit so alles leisten, wissen sie nun noch mehr zu schätzen. Spaß habe es gemacht, sagten beide, aber täglich? „Nee, da hätte ich nicht so Lust zu“, bekannte Bastian.

28.04.2010 12:19 Alter: 2 Jahre